EEG-Reform: Wie sich die Einspeisevergütung entwickelt
Die EEG-Einspeisevergütung sinkt weiter – doch neue Modelle bieten Alternativen. Ein Überblick zur aktuellen Entwicklung.
Von Redaktion Stromretter · Redaktion · veröffentlicht am 5. Oktober 2025
EEG-Reform: Die Einspeisevergütung unter Druck
Die Einspeisevergütung war lange Zeit das Herzstück der deutschen Energiewende. Garantierte Preise für eingespeisten Solarstrom machten Investitionen planbar und trieben den Ausbau voran. Doch mit sinkenden Modulpreisen und wachsendem Eigenverbrauch gerät das alte Modell zunehmend unter Druck.
Aktuelle Vergütungssätze im Überblick
Für Neuanlagen, die 2025 in Betrieb gehen, liegt die Einspeisevergütung je nach Anlagengröße zwischen 7,94 und 12,87 Cent pro Kilowattstunde. Die Degression – also die schrittweise Absenkung der Vergütung – wurde zuletzt verlangsamt, bleibt aber ein fester Bestandteil des EEG.
- Anlagen bis 10 kWp: ca. 12,87 ct/kWh (Volleinspeisung)
- Anlagen 10–40 kWp: ca. 10,51 ct/kWh
- Anlagen über 40 kWp: ca. 8,11 ct/kWh
Direktvermarktung als Alternative
Für größere Anlagen gewinnt die Direktvermarktung an Bedeutung. Statt der festen Einspeisevergütung wird der Strom am Spotmarkt verkauft, ergänzt um eine Marktprämie vom Staat. In Phasen hoher Strompreise kann das lukrativer sein als die garantierte Vergütung.
Eigenverbrauch als wirtschaftliche Alternative
Für viele Betreiber kleiner und mittlerer Anlagen ist der Eigenverbrauch längst attraktiver als die Einspeisung. Bei Strompreisen von 30 bis 40 Cent pro Kilowattstunde im Haushalt rechnet sich selbst produzierter Strom erheblich besser als der Einspeiseerlös.
Politische Debatte
In der Energiepolitik wird diskutiert, ob die Einspeisevergütung langfristig abgeschafft werden soll. Befürworter sehen darin ein auslaufendes Instrument, das dem Markt Platz machen soll. Kritiker warnen, dass ohne Förderung vor allem kleinere Anlagenbetreiber benachteiligt würden.
Fazit
Die Einspeisevergütung bleibt ein wichtiges, aber schrumpfendes Instrument. Anlagenbetreiber sollten ihre Strategie zwischen Eigenverbrauch, Speicherung und Direktvermarktung sorgfältig abwägen – und dabei die langfristige Strompreisentwicklung im Blick behalten.